Besuch von Flüchtlingsschulen in und um Mae Sot
Am Montag sind Alex und ich mit Paw Ray und Zaw Zaw einige Flüchtlingsschulen in und außerhalb von Mae Sot anschauen gegangen. So gegen 9.30 Uhr sind wir mit dem Pick-up und mindestens 5 großen Säcken voll mit Regenjacken, die wir den Kindern im Laufe des Tages geschenkt haben, aufgebrochen und waren den ganzen Tag bis kurz nach 16 Uhr unterwegs. Es war echt toll mit anzusehen, wie sehr sie sich darüber gefreut haben. Sie haben sie sofort angezogen, den Reisverschluß bis oben zum Anschlag zugezogen und sind mit glücklichen Gesichtern durch die Gegend gelaufen. Manche von ihnen wollten sie auch gar nicht mehr ausziehen. Anfangs war ich sehr zurückhaltend und habe mich nicht getraut direkt mit den Direktoren und Lehrer zu sprechen und ihnen Fragen zu stellen. Nachdem aber Paw Ray, die Direktorin von Hsa Thoo Lei, uns ermuntert hat, Fragen zu stellen und Fotos zu machen, waren meine Bedenken, in die Privatsphäre anderer Menschen einzudringen, nicht mehr sehr groß und ich habe viele tolle Fotos von den Kindern, den Lehrer, den Schulen und den sanitären Anlagen gemacht, die zum Teil echt in katastrophalem Zustand sind. Nach und nach habe ich auch angefangen direkt mit den Lehrern und den Direktoren über ihre Schulen zu sprechen und sie ganz konkret zu fragen, was es den an ihrer Schule bräuchte, damit sie die Kinder das ganze Jahr unterrichten könnten. Im Grunde braucht es nicht sehr viel Hintergrundswissen, um zu erkennen, daß bei etlichen Schulen das Unterrichten grundsätzlich nicht einfach ist und zusätzlich sowohl in der sehr heißen Jahreszeit als auch in der Regenzeit nur sehr schwer bis gar nicht möglich ist. Dennoch sind die meisten Lehrer, mit denen ich geredet habe, sehr bemüht und versuchen den Schülern so viel wie ihnen möglich ist, beizubringen. Die wenigsten fragen direkt oder indirekt nach Geld, aber oftmals konnte ich es deutlich in ihren Augen lesen, daß sie nicht wissen wie es weitergehen soll, wenn sie keine finanzielle Unterstützung bekommen. Es muß gar nicht viel sein, kleine Beträge sind oftmals genug, damit der Schulbetrieb kontinuierlich das ganze Jahr durchgeführt werden kann. Soweit ich weiß, reichen 50 Euro aus, damit ein Kind ein Jahr in die Schule gehen kann. Kleidung, Essen, Unterkunft und die notwendigen Schulmaterialien sind damit abgedeckt. Im Moment weiß ich noch nicht, wie ich den Menschen hier ganz konkret helfen werde. Nichtsdestotrotz bin ich mir aber ganz sicher, daß ich im Laufe der Zeit, in der ich hier bin und auch noch anschließend ganz konkrete Projekte mit Schulen planen und unterstützen möchte. Für mich ist es Grund genug die burmesischen Flüchtlinge hier in Thailand zu unterstützen, wenn ich die vielen dankbaren und überaus fröhlichen Gesichter der Kinder sehe, wenn man ihnen Regenjacken, Mandarinen oder einfach nur ein paar Bonbons schenkt und ihnen die Möglichkeit gibt regelmäßig die Schule besuchen zu können. Sie lernen mit viel Begeisterung und Eifer und ich habe bis jetzt nur sehr selten Kinder erlebt, die nicht mit dem, was sie haben und mit dem was sie bekommen, zufrieden sind. Es gibt auch hier viele reiche Kinder, die sowieso schon fast alles haben, immer noch mehr haben wollen und dies auch bekommen, aber dazu gehören die burmesischen Flüchtlingskinder sicherlich nicht…
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